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Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (Doktorand:in) (w/m/d)

Im Fachbereich 2 - Biologie/Chemie der Universität Bremen ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Stelle als
Wissenschaftliche:r Mitarbeiter:in (Doktorand:in) (w/m/d) in Bodenökotoxikologie
Entgeltgruppe 13 TV-L
im Rahmen des ROSCAR Projekts innerhalb der Nachwuchsgruppe Dynamische Ökologische Chemie mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 65% (25,48 Std.) zu besetzen.
Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG gefördert und die Stelle ist auf 3 Jahre befristet.
Die Befristung erfolgt zur wissenschaftlichen Qualifikation nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG (Wissenschaftszeitvertragsgesetz). Demnach können nur Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigt werden, die noch in dem entsprechenden Umfang über Qualifizierungszeiten nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG verfügen.

Stellenbeschreibung

Das Projekt:
Nachhaltige Landwirtschaft bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Produktivität und Erhaltung der Bodengesundheit. Nanopestizide haben das Potenzial, beide Anforderungen zu erfüllen. Allerdings können kupferbasierte Nanopartikel bereits in sehr niedrigen, freilandrelevanten Konzentrationen toxisch gegenüber Bodenorganismen sein. In unseren bisherigen Studien war dies jedoch überraschenderweise nur der Fall in tonreichen Böden, die besonders relevant für die Landwirtschaft sind. Kupfer und Tonminerale haben in Kombination die Eigenschaft, reaktive Sauerstoffspezies (ROS) zu bilden. Die Bildung dieser Radikale basiert auf Elektronentransfers, in welchen Übergangsmetalle (v.a. in Nanogröße), Tonminerale und organisches Material als Quelle oder Transporter von Überschusselektronen dienen. All diese Stoffgruppen kommen natürlicherweise im Boden vor, werden zudem jedoch auch im Rahmen von landwirtschaftlichen Praktiken zugegeben, allen voran durch den Einsatz von kupferhaltigen Fungiziden.
In diesem Projekt sollen Fragestellungen und Methoden der Ökologie, Biochemie und Bodenkunde interdisziplinär verknüpft werden. Es werden dafür mehrere Stoffgruppen kombiniert, die sowohl repräsentativ für ein landwirtschaftliches Bodensystem als auch relevant für die Radikalbildung sind. Das Potenzial dafür soll sowohl für natürliche als auch anthropogene Stoffe allein und in Kombination ermittelt werden (verschiedene Ton- und Eisenminerale, organisches Material und anthropogenes Kupfer/Fungizide). Die Radikalbildung soll zunächst rein chemisch in künstlichen Bodenlösungen und Böden gemessen werden, darauf basierend im zweiten Schritt die Wirkung auf molekulare Endpunkte (antioxidatives System) sowie die ökologische Fitness von Bodenorganismen untersucht werden. Schließlich sollen die Laborergebnisse ins Freiland übertragen werden und die Radikalbildung sowie deren ökotoxikologische Wirkung in Freilandböden untersucht werden. Dieser Teil wird etwa 50% der Stelle in Anspruch nehmen. Anhand der Ergebnisse können Rückschlüsse auf für die Radikalbildung relevante Bodeneigenschaften gezogen werden und damit wichtige Informationen zur Risikobewertung von (Nano-)kupfer, Bodenschutz und landwirtschaftliches Management bereitgestellt werden.

Ihre Aufgaben umfassen

  • Quantifizierung der ROS-Bildung in künstlichen Bodenmedien und künstlichen Böden durch verschiedene (Nano-)Kupfersubstanzen
  • Durchführung von ökotoxikologischen Tests in auf den Vorergebnissen basierend zusammengestellten, künstlichen Böden mit zwei Testorganismen (z.B. Enchyträen, höhere Pflanzen, mikrobielle Bodengemeinschaft), und zwar sowohl Reproduktionstests als auch molekulare Endpunkte des antioxidativen Systems (z.B. SOD, CAT, GPx); Auswertung mit Hinblick auf das ROS-Bildungspotenzial durch Kupfer und die jeweiligen Bodeneigenschaften
  • Aufbau und Erhalt der jeweils benötigten Zuchten
  • Vorauswahl von bis zu 10 Freilandböden im Raum Bremen-Niedersachsen auf Basis von Bodendatenbanken; Probennahme und detaillierte Analyse der Bodeneigenschaften (Korngrößenverteilung, Ton- und Eisen-Fraktion, organischer Gehalt), Hintergrundkontamination (PAK/Kupfer) sowie Redoxpotenzial, O2 und pH im vertikalen Verlauf des Bodenkerns mithilfe eines hochauflösenden Unisense-Messsystems
  • Auswahl zweier möglichst kontrastreicher Böden mit Hinblick auf das zu erwartende ROS-Bildungspotenzial, z.B. über multivariate statistische Verfahren; Durchführung ökotoxikologischer standardisierter Labortests mit drei Testorganismen (Collembolen sowie die zwei zuvor gewählten) ggf. unter zusätzlicher Zugabe von Kupfer
  • Unterstützung der Arbeitsgruppe bei der Bearbeitung übergreifender Fragestellungen und im täglichen Laboralltag
  • Verfassen wissenschaftlicher Manuskripte zur Publikation in international anerkannten Zeitschriften
  • Präsentation der Ergebnisse und wissenschaftlicher Austausch auf Fachsymposien

Voraussetzungen

  • Relevantes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master of Science/Uni-Diplom) mit überdurchschnittlich gutem Abschluss in Ökotoxikologie, Bio- oder Umweltchemie, Bodenkunde, Umweltwissenschaften oder einem verwandten Fachgebiet
  • Erfahrung in ökotoxikologischen Testmethoden, Arbeit mit molekularen Markern und/oder bodenkundlichen Methoden inkl. Feldbeprobung sind von großem Vorteil
  • Erfahrung in der Kultivierung und im Umgang mit Bodeninvertebraten und/oder höheren Pflanzen sind von Vorteil
  • Erfahrung in der chemischen Analytik, insbesondere GC und AAS, sind hilfreich
  • Grundlegende Kenntnisse der uni- und multivariaten Statistik im ökologischen Kontext
  • Ambitionierte Person mit Interesse, sich in ein junges interdisziplinäres Forschungsteam mit Fokus auf dynamische chemisch-ökologisch gekoppelte Prozesse einzubringen
  • Studierende, die noch an ihrer Masterarbeit schreiben und noch kein Zeugnis haben, sind ebenfalls eingeladen, sich zu bewerben. Vor der Einstellung muss das MSc Abschluss-Zeugnis ausgestellt werden.

Allgemeine Hinweise

Wir bieten

  • Ein kleines kooperatives und multidisziplinäres Forschungsteam mit internationaler Vernetzung
  • Möglichkeiten der inhaltlichen und methodischen Weiterbildung
  • Betreuung und Mentoring zur Unterstützung bei der Promotion
  • Jahressonderzahlung („Weihnachtsgeld“), regelmäßige automatische tarifliche Gehaltssteigerungen und zusätzliche Altersversorgung des öffentlichen Dienstes (VBL)
  • Flexible Arbeitszeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf (unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen)
  • Ein aktives betriebliches Gesundheitsmanagement inkl. Vergünstigungen bei den örtlichen Sportvereinen oder für Fitnessstudios und Schwimmbäder (EGYM WELLPASS)
  • Die Möglichkeit der Inanspruchnahme eines Job-Tickets
  • 30 Tage Erholungsurlaub im Kalenderjahr

Offen für unkonventionelle Ansätze in Forschung und Lehre hat die Universität Bremen sich seit ihrer Gründung vor 50 Jahren ihren Charakter als Ort der kurzen Wege für Menschen und Ideen bewahrt. Mit einem breiten Fächerspektrum verbinden wir außergewöhnliche Leistungsstärke und großes Innovationspotenzial. Als ambitionierte Forschungsuniversität stehen wir für den Ansatz des Forschenden Lernens und eine ausgeprägte Orientierung an Interdisziplinarität. Wissenschaftliche Kooperationen weltweit gestalten wir aktiv und partnerschaftlich.
Heute lernen, lehren, forschen und arbeiten rund 23.000 Menschen auf unserem internationalen Campus. In Forschung und Lehre, Verwaltung und Betrieb bekennen wir uns nachdrücklich zu den Zielen der Nachhaltigkeit, Klimagerechtigkeit und Klimaneutralität. Unser Bremer Spirit drückt sich aus im Mut, Neues zu wagen, in einem unterstützenden Miteinander, in Respekt und Wertschätzung füreinander. Mit unserem Studien- und Forschungsprofil und als Teil des europäischen YUFE-Netzwerks übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung in der Region, in Europa und der Welt.
Die Universität ist familienfreundlich, vielfältig und versteht sich als internationale Hochschule. Wir begrüßen daher alle Bewerber:innen unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion/Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.
Da die Universität Bremen beabsichtigt, den Anteil der weiblichen Beschäftigten in der Wissenschaft zu erhöhen, werden Frauen besonders ermutigt, sich zu bewerben.
Schwerbehinderten Menschen wird bei im Wesentlichen gleicher fachlicher und persönlicher Eignung der Vorrang gegeben.
Ihre Bewerbung sollte enthalten: akademischer Lebenslauf (inklusive Publikationsliste falls zutreffend), Kopien von BSc- und MSc-Hochschulzeugnissen sowie ggf. Arbeitszeugnissen, die Kontaktadressen für 2 Referenzen, und ein Motivationsschreiben (maximal 2 Seiten) in dem sie darlegen, was genau Sie motiviert hat, sich auf diese Stelle zu bewerben, warum Sie an dem vorgeschlagenen Thema besonders interessiert sind und welche Fähigkeiten und Erfahrungen Sie für die Stelle qualifizieren.
Richten Sie bitte Ihre vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen unter Angabe der Kennziffer A117-25 in einer PDF-Datei auf dem unverschlüsselten elektronischen Postweg bis zum 05.03.2025 an Dr. Jonas Fischer ()
oder postalisch an

Universität Bremen
Fachbereich 2
Leobener Str. 5
28359 Bremen

Für weitere Informationen und bei Fragen steht Ihnen Dr. Fischer gerne unter der oben genannten E-Mailadresse zur Verfügung.
Wir bitten Sie, uns von Ihren Bewerbungsunterlagen nur Kopien (keine Mappen) einzureichen, da wir sie nicht zurücksenden können. Sie werden nach Abschluss des Auswahlverfahrens vernichtet.
Etwaige Kosten für das Bewerbungsverfahren können nicht erstattet werden.

Dies ist eine auf dritten Jobbörsen gefundene Stellenanzeige. Wir bieten hierfür keinen Support, können diese aber jederzeit offline stellen. Für weitere Informationen: Datenschutzhinweise | Anzeige melden.

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Veröffentlicht am 25.02.2025

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